Schnellrechner Jeep

Am 27. Juni 1940 startet die US Army eine Ausschreibung mit der Vorgabe, ein 4x4 Geländefahrzeug bei ¼ Tonne Zuladung zu entwerfen. Obwohl diese Ausschreibung an rund 135 Firmen gerichtet wurde, war das Interesse unter der amerikanischen Automobilindustrie verschwindend gering. Lediglich die Firma Bantam - sie entstand aus dem US-Ableger eines britischen Kleinwagenherstellers - hatte genug Erfahrung mit kleinen, leichten Fahrzeugen.
 
Da Bantam in einer großen Krise steckte und jede Möglichkeit ergreifen musste die Firma vor dem Aus zu bewahren, zögerten sie nicht und setzten alles daran, die Vorgaben der Army zu erfüllen. Zusätzlich beteiligte sich die Firma Willys-Overland, die mit ähnlichen finanziellen Problemen wie Bantam zu kämpfen hatte, an der Ausschreibung, konnte jedoch – im Gegensatz zu Bantam – ihren Prototypen nicht rechtzeitig fertigstellen.
 
Da der Bedarf an dem neuen Fahrzeug sehr akut war und die „Single Source“ Bantam mit ihrem einzigen Werk zu unsicher als alleiniger Lieferant war, überzeugte das Verteidigungsministerium auch die Ford Motor Company, in das Projekt einzusteigen. Die drei nun beteiligten Firmen hatten die Vorgabe, je 1500 Fahrzeuge zu produzieren. Um dies zu ermöglichen, erhielten Ford und Willys-Overland Zugriff auf die Entwürfe. Dies hatte zur Folge, dass sich die drei Fahrzeuge sowohl optisch als technisch kaum voneinander unterschieden.Nach ausgiebigen Tests entschied sich die Army für den „Willys MA“ der Firma Willys-Overland. Entscheidend hierbei war der leistungsstarke „Go-Devil“-Motor, der mit 60 PS rund 25 % mehr Leistung aufweisen konnte.
 
Willys überarbeitete den MA nochmals in Anlehnung an den Ford GP und produzierte fortan den legendären „Willys MB“ – bis Kriegsende wurden etwas mehr als 360.000 Einheiten fertiggestellt. Bei Ford rollten bis Kriegsende etwa 270.000 Jeeps vom Band. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stellte Ford die Jeep-Produktion ein. Willys-Overland hingegen entwickelte einige Jahre später den Nachfolger des MB, den M38. Der letzte Jeep für die US Armee war der M38A1, produziert und entwickelt von Kaiser-Jeep -die Firma Kaiser übernahm Willys-Overland 1953.
 
Der Jeep wird Zivil Bereits während des Zweiten Weltkrieges plante Willys-Overland, den Jeep zivil zu vermarkten. Am 17. Juli 1945 war es dann soweit: Der erste CJ-2A rollte vom Band (Civilian Jeep). Da dieser nicht die militärischen Gewichtsvorgaben einhalten musste, konnte er sogar mit einem verbesserten Antriebsstrang und einer verbesserten Version des Go-Devil Motors ausgestattet werden. Bald wurden auch andere Fahrzeuge von Willys unter der Jeep-Marke verkauft. Die CJ-Reihe wurde bis 1987 fortgesetzt.
Das letzte Modell der CJ Reihe war der CJ-7 der durch den von AMC entwickelten Wrangler (YJ) ersetzt wurde. 1950 wurden Willys-Overland vor Gericht endgültig die alleinigen Markenrechte für "Jeep" zugesprochen. Seither wechselte die Marke noch mehrmals den Besitzer.
 
Die Marke ist heute eine Abteilung des Fiat-Konzerns und hält die Vermarktungsrechte für das Wort "Jeep" und das markante Kühlergrilldesign mit 7 abgerundeten langen Aussparungen.
(Quelle Wikipedia)